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Aus dem Gemeindebrief

Andacht: Namen im Himmel

Monatsspruch Februar: Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! Lk 10,20 Meine Lieben, na immerhin!, möchte man sarkastisch entgegnen. Na immerhin sind wir im Himmel nicht vergessen gegangen! Wenn man schon den Eindruck hat, dass das soziale Leben auf dem Nullpunkt angelangt ist. Wie Max Raabe seufzt so mancher "Kein Schwein ruft mich an" und denkt sich, dass alle einen vergessen haben.

Aus den Augen, aus dem Sinn! Und ein bisschen ist das ja auch so. Wenn man sich nicht trifft, erlebt man nichts zusammen und hat auch weniger, was man sich mal - etwa am Telefon - erzählen könnte. Haben mich denn alle vergessen?

Und was ist mit unseren schönen Gruppen und Kreisen: Gymnastik und Gesellige Runde, Kindergottesdienst und Chorprobe? Nach fast einem Jahr Sendepause verblassen die Erinnerungen.

Gibt es uns als Gruppe denn noch? Werden wir nach der Pandemie wieder ganz von vorne anfangen müssen? Oder hat sich jede und jeder in sein Häuschen verkrochen und wird bis zum seligen Ende mit hochgelegten Füßen auf seinem Fernsehsessel bei Chips und Nüsschen dem Gottesdienst folgen?

Hallo? Seid ihr noch da? - Oh ja, wir sind noch da. Auch wenn wir uns jetzt zurückhalten. Die Sehnsucht nach euch bewohnt ein festes Plätzchen in unseren Herzen.

Darum titelt die neue Nummer unseres Gemeindebriefs auch so: Wir sind noch da. Denn hier tut sich durchaus etwas: Konfis bereiten sich vor auf ihren großen Tag. Kandidaten für die KV-Wahl präsentieren sich. Die Musik im Gottesdienst zu Coronazeiten bringt verborgene Talente hervor, wenn Menschen sich trauen, ein Lied vorzutragen oder mit ihrem Instrument aufzutreten. Frau Ludwig, unsere Gemeindepädagogin, hält ganz regelmäßigen Telefonkontakt zu den Senioren. Sollten auch Sie gern angerufen werden, dann geben Sie bitte im Gemeindebüro Bescheid!

Wir sind noch da und irgendwann werden wir wieder leben, wie es uns gefällt (dazu S. 34 f.) Wartet es nur ab! Es kommt der Tag, aber halt langsam. An Weihnachten haben wir es doch erlebt, wie sich das Gelände am Reichstag gefüllt hat. Kerzen flammten auch später auf dem Weg durch die Gemeinde, als das Evangelium sich aufmachte zu den Menschen an nächtlichen Straßenkreuzungen. Schön war ́s, doch der Ausblick stimmt eher trübe.

Der späte Winter, sonst versüßt durch die Fastnacht, fällt nun eher grau und nass aus, auch der Frühling wird sich ziehen. Denn das, was uns rettet und bewahrt, das lässt sich Zeit: Die Impfung.

In diesen Wochen jetzt können Alte Aufsätze verfassen, wie es ihnen auf dem Weg zu einem Impftermin ergeht. Stille Verzweiflung in Telefonhotlines oder am Rechner. Ein länglicher Prozess, aber wartet ́s ab: Das wird! Wir haben es bis jetzt geschafft, den Rest kriegen wir auch noch hin, gell?

Ich staune immer noch, dass es überhaupt schon Impfungen gibt, und nicht nur eine, sondern verschiedene. Halleluja! Haben Sie sich schon mal tüchtig darüber gefreut? Ja? Und heute auch schon? - Also bitte!

Wir werden uns jetzt also nicht hängen lassen, sondern darauf achten, dass wir uns wie Leute benehmen und fühlen, die nicht nur für Ihre Pfarrerin, sondern noch so viel mehr für Gott WICHTIG sind. So wichtig, dass wir alle auf seiner Liste stehen.

Wie dichtet Wilhelm Hey in seinem Lied "Weißt du wieviel Sternlein stehen": Kennt auch dich und hat dich lieb! Also machen Sie bitte mit:

1. Jeden Tag jemanden anrufen! Selber! Nicht drauf warten!

2. Jeden Tag einmal rausgehen und Tageslicht sehen.

3. Bewegung, 30 Minuten mindestens!

4. Gute Sachen essen.

5. Beten! Gott danken. Für andere beten. Auch ein bisschen klagen.

6. Sich den Humor bewahren.

Und wann immer es Ihnen danach ist, rufen Sie mich an! 862091. Sie stören mich nicht. Versprochen! Ich freue mich darüber

Ihre Pfarrerin Amina Bruch-Cincar


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