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Aus dem Gemeindebrief

Andacht: Kraft, Liebe, Besonnenheit

Liebe Leserin, lieber Leser, hört sich das nicht super an? Kraft, Liebe und Besonnenheit? Kein Wunder, dass dieser Spruch unter den beliebtesten Taufsprüchen rangiert. Das wünschen wir uns und unseren Kindern erst recht. Dass wir auf vorübergehenden Durststrecken nicht gleich schlapp machen. Dass wir nicht den Mut verlieren, wenn sich Schwierigkeiten auftun.

Liebe ist auch gut. Es gehört zu unseren Grundbedürfnissen, uns andern Menschen zugehörig zu fühlen. Wir genießen es. Wir leben davon. Und Besonnenheit wissen besonders die aufbrausenden Gemüter zu schätzen, wenn sie sich zum hundertsten Mal über sich selbst ärgern, dass sie mal wieder gleich ausgeflippt sind. Anstatt erstmal in Ruhe zu überlegen, was an der Sache überhaupt dran ist. Kraft, Liebe, Besonnenheit:

 

Wir sind dabei! Finden wir gut! Zu einem Menschen, der diese Eigenschaften auf sich vereint, hätte ich Vertrauen. Den würde ich etwa in meiner Patientenverfügung als Bevollmächtigten eintragen, weil ich mir vorstellen kann, dass er oder sie unter der Belastung nicht gleich zusammenbricht, sondern stark genug ist, für mich wichtige Entscheidungen zu treffen. Und weil er mich liebt, wird er das in meinem Sinne tun. Besonnen und mit klarem Kopf. Bin ich selbst ein solcher Mensch? Oder doch eher ein verzagtes Menschenkind, das manchmal den Kopf in den Sand stecken möchte, weil mir alles zu viel und zu unübersichtlich wird. Dann fehlt mir die Kraft, die Gelassenheit und ja, auch die Liebe. Denn die Geduld mit andern hat dann sehr enge Grenzen.

 

Kraft, Liebe und Besonnenheit, sie gehören uns nicht als feste Eigenschaften. Sie sind Gaben. Gaben des göttlichen Geistes. Wir können um sie bitten. Dann nämlich, wenn wir sie bitter nötig haben, weil es eben nicht so glatt läuft. In dieser Nummer des Gemeindebriefs finden Sie die Geschichten von Menschen, die aus dem Loch der Verzagtheit einen Ausweg gefunden haben.

 

Als Christinnen und Christen haben wir es gut: Wir kennen die Quelle für die Zuversicht. Gott will sie uns täglich zukommen lassen. Wir brauchen ihn nur darum zu bitten. In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

 

Ihre Pfrn. Amina Bruch-Cincar


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