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Gemeindebrief

Andacht: Verbundenheit

Liebe Leserin, lieber Leser! Was hatten Sie sich alles in diesen Monaten vorgenommen? Eine Reise in den Osterferien, einen Konzertbesuch, vielleicht eine Familienfeier? Ich kann Sie bis hierher seufzen hören! Ja, vertagt, verschoben, abgesagt ist alles, worauf man sich gefreut hat inklusive Familienurlaub in den Sommerferien.

Der letzte Gemeindebrief enthielt Ankündigungen von Sommerfest, Sommernachtstraum, Koffermarkt, Konfirmation und Kaffeehauskonzert. Diese Nummer ist frei von Plänen zur Geselligkeit. Kirchliches Leben bringt normalerweise Menschen zusammen. Je mehr desto besser. Das allerdings ist derzeit der Gesundheit abträglich. Wir halten Distanz. Über 1,5 Meter rufen wir einander zu, verhüllen Mund und Nase mit Masken und waschen uns die Hände wie noch nie.

„Social Distancing“ heißt das auf gut neudeutsch. Der körperliche Abstand aber soll uns nicht darüber hinaus distanzieren. Gerade jetzt, wo jeder auf seine Wohnung beschränkt ist und viele mit Einsamkeit zu kämpfen haben, wollen wir in Kontakt bleiben. „Wir bleiben verbunden“ titelt darum dieser Gemeindebrief, denn keiner soll einsam sein, keiner vergessen.

Unsere Verbundenheit ist das bleibende Erbe Jesu. Er sagte: „Bleibt in mir und ich in euch!“ Die Verbundenheit mit Jesus äußert sich jetzt in der Sehnsucht nach Trost, den wir im Beten und beim Hören der Predigt erfahren. Ab Mitte Mai dürfen wir wieder zusammen kommen, aber doch unter quasi sterilen Bedingungen. Weit weg von herzlichen Umarmungen, Kirchenkaffeeklatsch und Abendmahl. Wir werden das Beste daraus machen. Denn Jesus ist das Verbindende. Er hat Kraft, uns alle durch diese Zeit zu tragen mit seinem Trost und der Hoffnung, die wir im Glauben haben dürfen.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“, so sagt er. Durch diese Pflanze fließt derselbe Saft. Darum ist es so gut und wichtig, dass wir in diesen Monaten die Verbindung halten. Ich erfahre so viel von der Fürsorge füreinander: regelmäßige Anrufe, fragen, wie ́s geht. Kann ich was für dich einkaufen? Briefe, der Plausch von der Fensterbank auf die Gass`. Am schönsten fand ich, dass so viele sich eine Osterkerze geholt haben, um zu Hause wenigstens ein wenig Osterfreude zu empfinden. Die Bilder davon finden Sie in dieser Nummer.

Sie alle spüren, wie diese Zusammengehörigkeit Trost spendet in Zeiten, die von großer Unsicherheit und auch Angst geprägt sind. Bleiben wir miteinander verbunden! Kümmern wir uns und fragen nach denen, die man eine Weile nicht gesehen hat.

So werden wir in diesem Jahr das Pfingstfest feiern: In Verbundenheit und getröstet vom Heiligen Geist, den Jesus im Johannesevangelium als den Tröster ankündigt. Wir werden Ideen entwickeln, wie wir einander Freude machen können. Wir werden damit zurechtkommen, auf Dinge zu verzichten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine getröstete und zuversichtliche Zeit

In Verbundenheit

Ihre Pfarrerin Amina Bruch-Cincar


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