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Andacht: Schenken

ABC_Hintergrund_Altar

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Liebe Leserin, lieber Leser! ist das nicht komisch – wie man als Kind beim Wort „Geschenke“ zappelig wird und ausflippt? Und wie sich das für einen als Erwachsenen völlig umkehrt? Geschenke sind problematisch. Sie fallen einem nicht ein. Nicht für andere, erst recht nicht für einen selbst. (Sag: Was wünschst du dir denn zu Weihnachten? – brrr) Wen wundert es daher, dass sich viele Erwachsene nichts mehr schenken?

Nicht, dass wir nichts nötig hätten, gell? Z.B. etwas Aufmerksamkeit in einer langjährigen Ehe. Oder Zuwendung etwa durch einen Freund, der mal wieder anrufen könnte. Oder eine liebevolle Umarmung, wenn uns der Mut verlässt.

In der Corona-Kontaktarmut gibt es eine große Sehnsucht nach Nähe und menschlicher Wärme. Dunkelheit und Kälte

des Winters tragen auch nicht eben zur Ermunterung bei. Die bedrohlich steigenden Infektionszahlen tun ein Übriges. Wir entwickeln Ängste vor einem unsichtbaren Feind. Würden wir dann normalerweise zusammenrücken, uns treffen, miteinander singen, so bleibt es nun still und einsam. Wir sind bedürftig. Nach Trost, Licht, Wärme und einem guten Wort.

Weihnachten, liebe Leserinnen und Leser, ist DAS Fest des Trostes! In die Dunkelheit bricht das Licht der Liebe Gottes. Und

diese Liebe erschlägt uns nicht, sondern kommt so liebenswert daher als ein Neugeborenes, das jedem, der es ansieht, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Gott sagt damit: Das bin ich für dich. Siehst du: Du brauchst keine Angst haben. Ich bin ja bei dir. Ich schenke mich dir. Ich bin dein Geschenk.

Weihnachten wird in diesem Jahr anders. Wir werden an Heilig Abend nicht in der Kirche zusammenkommen können. Geht nicht. Wir haben uns aber etwas Schönes ausgedacht. (siehe S. 6 und 7) Weihnachten wurde und wird unter weit widrigeren Bedingungen gefeiert: Auf Lesbos im Flüchtlingslager, im zerstörten Beirut, in verfolgten christlichen Gemeinden. Wie dort wärmen auch wir uns an dem Licht, das aus dem Stall aus Bethlehem dringt. Wir nähern uns wie die Hirten und empfangen unser Geschenk: Gottes Liebe, die uns tröstet und froh macht. MartinLuther hat daraus ein Lied gedichtet und komponiert.

Sie kennen es:

1. »Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär;

der guten Mär bring ich so viel,

davon ich singn und sagen will.

2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn,

ein Kindelein so zart und fein,

das soll eu’r Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,

der will euch führn aus aller Not,

er will eu’r Heiland selber sein,

von allen Sünden machen rein.

6. Des lasst uns alle fröhlich sein

und mit den Hirten gehn hinein,

zu sehn, was Gott uns hat beschert,

mit seinem lieben Sohn verehrt.

Ich wünsche Ihnen eine beschenkte, eine getröstete und gesegnete Zeit! 

Ihre Pfarrerin Amina Bruch-Cincar


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