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Andacht aus dem Gemeindebrief

Siehe, ich mache alles neu!

Nun ist das neue Jahr schon wieder ein paar Tage alt. Wie bist du im neuen Jahr angekommen? Welchen deiner guten Vorsätze für das neue Jahr hast du verwirklicht? Oder überwiegt der Gedanke, manches Gewohnte und Bequeme könne auch einfach mal genau so bleiben, wie es ist?

Nun ist das neue Jahr schon wieder ein paar Tage alt.

Wie bist du im neuen Jahr angekommen?

Welchen deiner guten Vorsätze für das neue Jahr hast du

verwirklicht?

Oder überwiegt der Gedanke, manches Gewohnte und

Bequeme könne auch einfach mal genau so bleiben, wie es

ist?

In Hinblick auf den ein oder anderen Vorsatz klingt die

Losung für das Jahr 2026 schon fast wie eine Provokation:

„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)

Das ist wohl der radikalste Vorsatz, den ich mir vorstellen

kann.

Wenn tatsächlich alles neu wird, klingt das natürlich erst

einmal nach einer großen Erneuerung. Nach frischem

Wind. Nach neuem Schwung.

Aber alles neu zu machen: Das klingt auch nach ganz

schön viel Aufwand, nach viel Umstellung und nach einigen

Abschieden.

Vielleicht regt sich da sogar Widerstand:

Ist denn alles so alt, so überholt, dass es neu gemacht

werden muss?

„Siehe, ich mache alles neu.“

Dieser Satz wird glücklicherweise nicht von einem nahestehenden

Menschen gesprochen, oder von einem neuen

Chef, der den Betrieb einmal umkrempeln möchte.

Sondern Gott selbst sagt diesen Satz.

Dabei geht es nicht um einen spontanen Einfall Gottes,

auch nicht um wolkige Fantasien oder entfernte Theorien.

Sondern Gott spricht diesen Satz im Kontext wesentlicher

menschlicher Fragen:

Wohin mit meiner Trauer? Warum diese Schmerzen? Worauf

kann ich hoffen?

Und welche Rolle spielt Gott dabei?

„Siehe, ich mache alles neu.“

Siehe, ich mache alles neu!

4 Dieser Satz weitet die Perspektive:

Deine Hoffnung auf Gott soll nicht unbegründet gewesen

sein.

Es ist die Hoffnung auf eine neue Welt, in der das, was uns

Menschen an unsere Grenzen bringt, seine überwältigende

Kraft verliert.

Diese zugewandten Worte Gottes meinen: Du bist mehr

als die Tränen, die du beim Abschied weinst. Mehr als die

Schmerzen deiner Krankheit. Gott sieht da etwas Neues,

wo du am Ende bist. Sogar die freudigen Überraschungen,

die unverhofften Begegnungen, die glücklichen Stunden

sind nie ohne Gott.

Bei Gott muss man immer mit etwas Neuem rechnen.

In der Bibel stecken so viele Erzählungen und Bekenntnisse,

die genau das unterstreichen.

Darum hier ein Vorschlag:

Lasst uns versuchen, in allem Alltäglichen und Außergewöhnlichen,

in allem Streiten und Versöhnen, in allem

Schweigen und Reden, in allem Tun und Lassen dem Hoffen

auf Gott ausdrücklich einen Platz einzuräumen.

Das macht uns wahrscheinlich etwas demütiger.

Wir können guten Mutes manches neu beginnen und uns

am Kleinen freuen, das gelingt.

Wir können manches auch getrost sein lassen.

Wenn wir Gottes Wirken über den Weg trauten, würde

nicht alles Scheitern und Gelingen allein auf unseren Schultern

lasten.

Lasst uns unseren Hoffnungsmuskel trainieren, der damit

rechnet, dass Gott alles neu machen kann.

Ihr / euer Pfarrer Jonathan Stoll


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